Der jüdische Friedhof in Prag-Žizkov


 
The Tombstones of the Prague rabbis Ezekiel Landau (right) and Samuel Landau (centre) Der jüdische Friedhof an der Fibich-Straße in Prag-Žizkov (der sog. erste israelitische Friedhof in Prag-Olšany) wurde 1680 als Pestfriedhof der Prager jüdischen Gemeinde angelegt. Später setzte man hier erneut während der Pestepidemie im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts und dann regelmäßig seit 1787 bei, als das Verbot von Begräbnissen im Stadtinneren in Kraft trat. Der Friedhof diente seinem Zweck bis 1870, als in Prag-Strašnice ein neuer Friedhof angelegt wurde. Der jüdische Friedhof an der Fibich-Straße ist ein bedeutendes kunsthistorisches Denkmal. Hier waren an die 40 000 Personen beigesetzt worden. Zu ihnen gehörte eine ganze Reihe von bedeutenden Rabbinern und Gelehrten. Am besuchtesten ist das Grab des Prager Oberrabbiners Ezechiel Landau (1713-1793), dessen Grabmal im Jahre 1993 (anlässlich des Todestages) zusammen mit weiteren Grabsteinen von Familienangehörigen komplett restauriert wurde. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten begleiteten auch die Rettung des Grabsteines von Landaus Schüler, dem Mitglied des Rabbinerkollegiums Eleasar Fleckeles (1754-1826). Von den namhaften Vertretern der Aufklärung und der jüdischen Intelligenz der Neuzeit, die hier begraben wurden, wollen wir wenigstens den Arzt Jonas Jeiteles (1735-1806), seinen Sohn Baruch Jeiteles (1762-1813) und den Historiker David Podiebrad (1803-1882) nennen. Mächtige repräsentative Grabmale kennzeichnen die Gräber der ersten jüdischen Unternehmer - das von Joachim Popper (1721-1795) und die der Angehörigen der Familien Jerusalem, Pribram und Dormitzer. Vom künstlerischen Standpunkt aus können wir auf dem Friedhof die Entwicklung von barock gestalteten Grabmalen über repräsentative Empireschöpfungen und die im Geiste der historisierenden Stile ausgebildeten Grabmale bis hin zu den gebräuchlichen Formen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfolgen.
 
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